Gedankenstütze

gebaut von geschichtenerzähler, 14. June, 2010 um 19:00 Uhr

„Sehen Sie es?“
Ich sagte dem alten Mann, dass ich es nicht sehe.
„Sehen Sie es?“
„Nein!“
„Und jetzt?“
Der alte Mann sah etwas verwirrt aus. Er trug einen roten Pullover und eine ehemals weiße und nun gelb gesprenkelte Unterhose. Seine weißen, besenstielartigen Beine endeten unverhofft in zwei unterschiedlichen Schuhen. Links trug er eine Sandale und rechts einen hochhackigen Damenschuh mit Schnürsenkeln, drapiert.
gib mir den rest! »



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experiment “100 jahre pulsiv”

gebaut von pulsiv, 27. May, 2010 um 10:32 Uhr

zur zeit gebe ich mich einem perversen, nicht ganz freiwilligen versuch hin. seit meinem kleinen knick-knack-missgeschick mit dem linken fuß, bin ich auf gehhilfen und gehilfen angewiesen. wie die alten ommas und oppas im seniorenheim, denen die pfleger an ihr eingemachtes wollen. und ans geld. und wie die ommas und oppas besuche ich neuerdings ein voll krass richtig authentisches seniorenwohnheim. weil da die physiotherroristin meiner wahl ihr domizil hat. der weg dahin, der zu fuß etwa in 3 minuten geschafft ist, ist für mich zum hindernis-parcours auf navy-seals-niveau geworden. und auf den letzten metern bin ich schon von mehreren rentnern überholt worden. die sind teilweise technisch gut ausgerüstet, und hinken radgestützt oder gänzlich auto-mobil an mir vorbei. das einzige was ich denen noch voraus habe ist äh… wie hieß das? ach ja… gedanken-äh-schnelligkeit. bevor mich die alten leutchens verbal bemitleiden, bin ich meistens doch schon ein paar meter weiter. oder sie.
die physiotherapie-praxis ist genau auf die oldies abgestimmt. schön ruhig, ddr-optik und griffe zum festhalten. ich sitze im wartezimmer und räume für eine rentnerin meine krücken beiseite. sie kann einfach nicht anders und erzählt mir unaufgefordert, dass sie jetzt, wo sie 45 kilo weniger wiegen würde, überall vorbeikommen würde. ich beglückwünsche sie und meine es sogar ernst. schließlich sind meine paar kilo zuviel ja der grund für meine qual. offiziell ist ein fuß kaputt… inoffiziell leidet darunter neben dem anderen fuß auch das knie, die schultern und die handgelenke. ich hab überlegt, ob ich gleich im seniorenwohnheim bleiben soll.
die therapie ansich ist anstrengend aber schmerzfrei. meine rechnung ist aufgegangen. die mädels da haben sonst nur mit faltigen altmenschen zu tun, und fassen diese mit samthandschuhen an. hehe.
jetzt sitze ich doch daheim und versuche mich an disziplin fürs home-office. und ich schone mich… morgen gehts wieder ins seniorenheim.

(jetzt hab ich grad aus versehen eine sendung über pferde geguckt… ne halbe stunde lang! ich habs nichtmal gemerkt! waaaaaah!)



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hospitality

gebaut von pulsiv, 4. May, 2010 um 13:59 Uhr

im wartezimmer der unfallchirurgie-ambulanz saßen mir zwei alte kerle gegenüber. sie haben ständig versucht, mit den stühlen voneinander wegzurücken. zu blöd dass die miteinander verschraubt waren. aber von vorne…

was passiert wenn man einfach sein abendstudium schwänzt und dafür auf den freiplatz geht um basketball zu spielen? man wird flachgelegt. von einer brunetten studentin. oder besser gesagt, von ihrem fuß. genau DA bin ich nämlich bei ihr gelandet. und umgeknickt.
es sah ziemlich scheiße aus. meine fußsohle schaute etwa 90° nach innen, und die ersten versuche daran etwas zu ändern, scheiterten am geht-nicht. das zum gegnerischen fuß gehörige mädel war zufällig medizin-studentin… und genaugenommen auch in der notaufnahme daheim… aber irgendwie begann sie bei dem anblick an ihrer berufung zu zweifeln. “ich glaub, ich werd doch keine notärtzin.” meinte sie kleinlaut.
als die sanitöter eintrafen, machten wir makabere scherze auf meine kosten. was solls. ich hätte eh niemanden in den arsch treten können. “eins kann ich dir schonmal sagen… dein sprunggelenk ist hinüber!” sagte einer. dann gings ab in die notaufnahme.

unterwegs raf mein fahrlehrer an, und wollte wissen wann ich wieder fahren will. ich meinte wir müssten auf automatik umsteigen. fand er nicht lustig. angekommen in der notaufnahme, kriegte ich nen zugang gelegt… 1x… 2x… 3x… ja… meine venen sind schüchtern und meine arme jetzt blau. jeder arzt der an mein bett kam, machte große augen und ein geräusch dass jeden patienten totaaaal beruhigt… “uuuuuuh.” gib mir den rest! »



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über leute I

gebaut von pulsiv, 17. January, 2010 um 03:02 Uhr

mglda ist dieser tüp. einer wie er im buche steht wenn dort “da ist dieser typ” steht. ich schreibs halt mit ü. müsst ihr mit leben. egal.
dieser tüp. zunäxt mal die offensichtlichkeiten. die redaktion von bauer sucht frau würde ihn ablehnen. wenn ihr glaubt, dass die bis jetzt gezeigten kuhmistschaufler degeneriert, hässlich und wunderlich sind, dann habt ihr diesen tüpen noch nicht gesehen. oder gerochen. das ist nämlich etwa so lecker wie der sitz eines busfahrers nach 20 stunden stau. wenn man da morgens unvorsichtigerweise atmend um die ecke kommt und er da steht, kriegst du aber mal sowas von den axeldampfhammer in die lunge gerammt. kennt ihr die steinmetz-folge von den simpsons? was passiert als die nummer 1 homers schlüpper ins feuer wirft…? das fällt mir zu dem kerl auch immer ein. und nicht weil er auch verschwörungstheoretiker ist.
frisur, hornbrille und klamotten haben nicht nur die 80er, 90er und die zeit bis heute (ohne waschmittel) überlebt, sondern auch das gelächter und die modetipps sämtlicher kollegen. und dreimal dürft ihr raten, was für ein “auto” er fährt. einen klassischen trabant 601 kombi. der dient in den sommermonaten als transportvehikel für vergammeltes obst und geäst aus seinem garten. deshalb gibt es in dem gefährt auch nur noch den fahrersitz. sonst nix. eigentlich ne mobile messi-wohnung. von seiner richtigen will ich gar nix wissen… von außen sieht die bude jedenfalls schlimm aus.
was ich gegen ihn hab? nun… ich bin nicht einfach intolerant, weil er sein geld (und das hat er) lieber unters kopfkissen legt, statt sich mal klamotten oder n deo zu kaufen. nein… er ist total bekloppt im kopf. müsst ihr mir jetzt mal glauben. ich werd nämlich regelmäßig von ihm beleidigt und mit gesprächen belästigt in denen es um parkplätze, einbahnstraßen und beamtenwillkür geht. schließlich bin ich ja als sohn meines vaters (straßenverkehrsbehörde) persönlich verantwortlich für ALLES was dem tüpen auf jenaer straßen nicht passt. logisch oder? seh ich auch so. da werd ich immer ganz schön stinkig. wie sein betäubender atem. ich hoffe ja immer, dass zumindest die nägel mit denen er diese anstrengenden gespräche an meinem knie befestigt nicht vorher in seinem trabi lagen. gibt wundbrand. letzten sommer hab ich mal mit dem finger in den staub auf seiner heckscheibe “wasch mich!” geschrieben… ganz großer fehler… es hätte “wasch DICH!” heißen müssen…



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Aus dem Leben eines Loosers – Heute: Der Klopapierkauf

gebaut von geschichtenerzähler, 20. December, 2009 um 21:05 Uhr

Es gibt wirklich viele Dinge vor denen ich panische Angst habe und ich bin froh, dass man vor den Meisten einfach davonlaufen kann. Unangenehme Gespräche, Omas Strickpulligeschenke oder Frauen die ihre Tage haben. Viele Peinlichkeiten kann man sich mit einer einfachen Flucht ersparen.

Es gibt aber auch Dinge vor denen kann man nicht weglaufen, die verfolgen einen einfach und bleiben hartnäckig haften. Zum Beispiel wenn man beim Mittagessen kleckert oder wenn man mit offenem Hosenstall in der Sauna erwischt wird. Da kann man noch so schnell weglaufen, der offene Hosenstall oder der rote Soßenfleck hält Schritt im Schritt.

Aber am Schlimmsten sind wohl die Peinlichkeiten die unumgänglich sind und sich über einen längeren Zeitraum ankündigen. Wo man einfach schon vorher weiß, dass wird definitiv peinlich, aber man muss es trotzdem tun. Die Rede ist von dem Erwerb des Klopapieres. Das ist eine der größten Quälereien in meinem Leben. Ich hasse das, wenn die Leute einen schräg ankucken nur weil man im Supermarkt Klopapier kauft. Sie tun zwar so als ob das, dass normalste der Welt wäre, aber innerlich wissen sie ganz genau, welche Schweinereien ich damit vorhabe.
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