mein bestes stück

gebaut von pulsiv, 25. January, 2006 um 20:10 Uhr

nicht erst seit dem sie und sie in unserer blogroll einzug gehalten haben, ist mir schon in verschiedenen blogs die ein oder andere schlüpfrige geschichte aufgefallen. nun denn. wenn das der neue trend ist, dann muss ich mich dem doch wohl anschließen…

meine mutter hat mich gut erzogen. von ihr weiß ich was sich gehört, und was nicht. und vulgärsprache sollte in meinem wortschatz nicht vorkommen. sie hat mir deshalb viele gesellschaftskompatible synonyme für das ein oder andere schlimme wort beigebracht.
doch irgendwann im leben eines jeden mannes, entdeckt er einen teil von sich, dem die gesellschaft schon sehr viele schlimme namen gegeben hat. und meine mutter nannte es schniedel(wutz), puller(mann), piephahn, oder eben schnippy. etwa zu der zeit merkte ich auch, das es einen unterschied zwischen mädchen und jungs gab. die mädchen wollten sich nämlich nicht mit uns um matchbox-autos prügeln. oder um überhaupt irgendwas. dass es da noch andere unterschiede gab, sollte ich erst sehr viel später merken.

nun, mein schnippy war recht klein. aber schließlich war ich ja auch noch recht jung, und damals passte er sehr gut in meine hand. ich wurde mir des vorhandenseins meines neuen kleinen freundes in der fünften oder sechsten klasse bewusst. von da an verging kaum ein tag, an dem ich nicht mit meinem schnippy spielte. von früh bis spät perfektionierte ich den umgang mit ihm. stolz zeigte ich ihn allen meinen freunden und klassenkameraden. viele kinder wollten auch mit meinem schnippy spielen, weil sie keinen hatten. fast jeder in meiner klasse hatte schon mal meinen schnippy in der hand. mein schnippy wurde im laufe der zeit zu einer richtigen kleinen berühmtheit in der umgebung. aber manche kinder lachten auch über ihn. sie mochten meinen schnippy nicht. denen gefiel seine farbe wohl nicht. warum, hab ich aber nie verstanden. schließlich war er ja nicht erst vom vielen anfassen so grün geworden.

mein kleiner schnippy

13. etage zu “mein bestes stück”

  1. fishcat hat gebaut:

    Meine Schnippy war ja orange. Das sind anscheinend die kleinen Unterschiede, Herr Pulsiv. ;)

  2. LiRoy hat gebaut:

    ich merk mir kaum mein eigenen namen. wie um himmels willen kann man dingen auch noch namen geben?!

  3. fishcat hat gebaut:

    @LiRoy: das war der Markenname dieser Schere. Stand so drauf: Schnippy.

  4. Bloggsberg hat gebaut:

    Hähä, großartig. :o )

  5. SirDregan hat gebaut:

    Ich hab meinen damals verloren ^_^

  6. Manu (der Industrieblogger) hat gebaut:

    Meine Eltern müssen damals schon geahnt haben, wohin es mich mal treibt… meiner war schwarz :)

  7. Rohrkrieg hat gebaut:

    Ich habe immer alles zerrissen.

  8. LiRoy hat gebaut:

    hihi … ich kann mir richtig vorstellen wie herr pulsiv extrem wütend über einem blatt sitzt. und um seinem protest ausdruck zu verleihen schnippy auspackt und das blatt fein säuberlich in 1cm x 1cm große stückchen zerschneidet. :D

  9. mayflower hat gebaut:

    menno ich hatte nie eine schnippy. aber ich war auch eine niete in allem, was mit basteln zu tun hat. ich WAR!

    herr pulsiv, sie locken mit mehrdeutigen titeln und lassen die erwartungen des gemeinen Leser zugunsten der pointe verpuffen , ich bin erfreut. :)

  10. JeriC hat gebaut:

    Sehr gut. Ich habe ein breites Grinsen im Gesicht.

  11. schoko-bella hat gebaut:

    ich auch…. :-D

  12. Subnetmask - JaBBs Web- & PhotoBlog » BlogArchiv » Bloglesung Review [21.04.2007] hat gebaut:

    [...] Nach weiterer Live-Musik kam nun pulsiv vom Neubaublog an die Reihe – eine Premiere, denn wie meines Wissens auch Gonzo war dies sein erster Öffentlicher Vortrag. Dennoch glänzte auch eher wie alle vor ihm mit einigen schönen Geschichten. Vor allem in Erinnerung blieb mir die schnippy-Geschichte , mit der er mehr als nur die Schmunzler auf seiner Seite hatte. [...]

  13. Blogs, Blogger und das echte Leben · Happy Arts Blog hat gebaut:

    [...] Doch aller neumodischer Blogger-Nerd-Multimediakram konnte nicht davon ablenken, dass es um all die schönen, traurigen und lustigen Dinge des Lebens ging. Mit dem Kolumnistenschwein startete die Lesung. Er sieht aus, wie man sich einen Blogger vorstellt, schreibt jedoch, wie man es bei einem Kolumnistenschwein erwartet. Michael, der Radio-G Podcaster aus Gera berichtete unter anderem über den Fall der Geraer Türme. Wenn man ihm die Möglichkeit raubt, im Raum auf- und abzugehen, kommt seine Erfahrung als Podcaster zur Geltung. Gonzo gewinnt den Preis für das markanteste Outfit, zottelig gefolgt vom Kolumnistenschwein. Er berichtete von Reisen in Länder, die sicher nicht zu den klassischen Urlaubsregionen der Deutschen gehören. Hier wäre der Platz für die obligatorische Powerpoint-Präsentation gewesen, die den imaginierten noch ein paar reelle Bilder hinzugefügt hätte. Skurril war der Auftritt von Theodor Thornthrop, dem Beinahe-Londoner. Zwischen verbalen Links auf onlinecasino.com rezitierte er „Die Made“. Hoffentlich kommt bald der Videobeweis, sonst glaubt uns das keiner. Ich muss zugeben, das Blog von lesof habe ich wegen der furchbaren optik mehr über- als gelesen. Doch nach diesem literarischen Highlight aus absurdistan ändert sich das. Kaum hatten wir unsere Lachmuskeln ein wenig entspannt, erzählte uns Pulsiv alle Details über sein bestes Stück und lies mit weiteren Geschichten aus seinen Leben kein Auge trocken. Basti’s Kopfzirkus entschwirren tiefgehende Gedanken über die Liebe und die Wahrheit. Den Text sollte jeder ab und zu lesen sollte, um den Realitätscheck zu machen. Marcus vom urbandesire rettete das musikalische Intro vor dem DRM-Tot. Ein spannendes Thema, über das ich auch schon ein wenig in den Zeiten von The Cures Pictures of You nachgedacht habe. Zwischen den Lesungen spielte die Sapere Aude Memorial Band (Sven, das nächste mal borge ich dir meine Gitarre) und rahmte die Texte perfekt ein. [...]

bauense ruhich auch was!