salzwasser
gebaut von , 12. August, 2007 um 18:44 Uhr
auf hoher see tanzte die barkasse mit den riesigen wellen. die gischt schwappte über die reling und brannte in den augen des jungen kapitäns. hilflosigkeit stand in seinem müden gesicht. das holz unter ihm ächzte, als wollte es dem sturm eine antwort auf seine viel zu laut gestellte frage geben. seine mütze festhaltend schloss er die augen und wünschte sich an das ufer des flusses in seiner heimat. dort wo er als kleiner junge spielte und aus ästen kleine schiffe und flöße baute und sie mit wünschen versehen auf die reise schickte. lange sah er ihnen hinterher und träumte davon, dass seine boote über den großen ozean zu fernen inseln segelten. in gedanken stand er am steuer und lenkte seine mannschaft durch stürme und unwetter in den rettenden hafen. viel zu lange hockte er damals am ufer. die augen geschlossen. die füße trocken, die gedanken im nassen.
seine alten lederstiefel waren längst durchtränkt vom salzwasser, dass er auch auf seinen lippen spürte. er stand immer noch da mit geschlossenen augen. ein dumpfes schreien weckte ihn aus seiner trance.
“kapitän! sie müssen sich entscheiden!”
er nickte. jedoch ließ er die augen noch geschlossen.
ein seefahrer ist vertraut mit dem geschmack von salzwasser. “irgendwann fließt es einem durch die adern.” hatte sein großvater damals gesagt. doch da war noch etwas. eine ungewöhnliche nuance machte sich auf seiner zunge bemerkbar. das war nicht die see! das war nicht sein blut! er überlegte, ob es jemand bei dem regen bemerkt haben könnte.
“herr kapitän! sie müssen endlich eine richtung befehlen! das schiff macht das nicht mehr mit!”
‘wenn er nur wüsste’, dachte sich der große, breitschultrige kapitän. zum ersten mal in seinem leben, sah er sich einer herausforderung gestellt, der er nicht mit kraft, gerissenheit oder glück entgegentreten konnte. noch lauter als die sich streitenden stimmen von sturm und schiff war nur der kampf der in seinem inneren tobte. der orkan in seiner brust. was würde zuerst brechen? das schiff? sein herz? was ist ein schiff ohne kapitän? was ist ein kapitän ohne sein schiff? er stand da und ballte seine faust. als ob er gegen die ohnmacht kämpfen wollte die ihn zu ergreifen schien. darauf hatte ihn sein großvater nicht vorbereitet.
als der sturm bei sonnenaufgang vorbei ist, ist das schiff verschwunden. die see glitzert wie das gold der piraten und funkelt wie die diamanten an den halsketten der frauen. und in den häfen stehen sie mit ihren wehenden kleidern. sie warten auf ihn. der salzige geschmack auf der zunge, die bittere gewissheit, dass man ungewiss ist.
und irgendwo da draußen an den ufern einer fernen insel wird ein kleines boot mit einem blatt papier angespült. die schrift ist unleserlich. tränen haben sie verwischt.
13. August, 2007 um 20:09 Uhr |
Sehr schön, Herr Pulsiv… gerne weiter so!
13. August, 2007 um 22:21 Uhr |
zuerst dachte ich, das sei eine dieser langweiligen seemannsgeschichten, aber als ich mich beim dritten anlauf dann doch entschieden hatte, sie zu lesen, änderte sich meine meinung
13. August, 2007 um 22:30 Uhr |
ach… kamma schomma machen. ich schreib ja nich sooo oft langweilige seemannsgeschichten.
14. August, 2007 um 13:14 Uhr |
Was ist denn hier los? Ne echte ausgedachte Geschichte – das hätt ich gerne öfter.
Chön
14. August, 2007 um 13:50 Uhr |
wenn die kommentarbeteiligung dann auch so dürftig ist, wohl eher nicht. entweder sind die leute lesefaul, oder ich kann nicht schreiben… so oder so keine gute voraussetzung.
14. August, 2007 um 16:36 Uhr |
du weisst genau, welcher punkt von deinem argument lächerlich und nicht-der-wahrheit-entsprechend ist
15. August, 2007 um 07:36 Uhr |
Fakten aus dem Bloggerama:
Die Qualität eines Eintrags steht in keinem Zusammenhang zu der Anzahl der Kommentare.